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Vergessen Sie Zitrone, Senf und vor allem Beige. Parma-Gelb ist ein Gelb mit einer traditionsreichen Vergangenheit. Weit entfernt vom lauten Gelb eines Sportwagens oder dem Säuregelb eines Textmarkers steht Parma-Gelb für reine Eleganz. Die Geschichte von Parma-Gelb beginnt mit der mächtigen Adelsfamilie der Farnese, die ihre Paläste in intensiven Ockertönen färben ließ, um das Gold widerzuspiegeln, das sie besaß. Doch es war unter der Dynastie der Bourbonen in der Mitte des 18. Jahrhunderts, dass die Stadt wirklich zu ihrem typischen Ton fand. Der junge französische Architekt Ennemond Alexandre Petitot erhielt den Auftrag, die wichtigsten Gebäude Parmas zu restaurieren und hatte dafür eine klare Vision. Er war beeindruckt von den Bewohnern der Strada San Michele, die ihre Häuser in einem strahlenden Goldgelb gefärbt hatten, um die Hochzeitsprozession von Isabelle de Bourbon zu feiern und damit ihre langen lockigen Zöpfe widerzuspiegeln, und entschied, eine die ganze Stadt umfassende Symphonie aus Gelb zu erschaffen. Er begann mit den stattlichen Gebäuden der Piazza Garibaldi und färbte sie in diesem inzwischen legendär gewordenen Ton, um den Reichtum des Hofes kundzutun und dem Raum die Wirkung eines beständigen sonnigen Strahlens zu schenken.
Als die zweite Ehefrau von Napoleon, die beliebte Herzogin Marie-Louise von Österreich, in die Stadt zog, brachte sie ihre eigene Variante mit sich: ein kräftigeres, dunkleres Gelb, das Sie noch heute an wichtigen Gebäuden wie dem herrlichen Teatro Reggio und dem Palazzo del Governatore bewundern können. Die Farbe wurde so eng mit der Identität von Parmigiano verbunden, dass es bis in die 1950er-Jahre gesetzlich vorgeschrieben war, die Fassaden der Gebäude in einer Gelbnuance zu streichen.
Auch wenn die Farbe inzwischen nicht mehr zwingend ist, können Sie noch immer durch die Stadt laufen – insbesondere wenn die ersten morgendlichen Sonnenstrahlen durch die Straßen fallen – und Sie werden sie überall sehen, wie sie die herrschaftlichen Fassaden der Paläste und die bescheidenen Wohnblocks gleichermaßen ziert. Doch in Parma ist die Farbe mehr als nur ein architektonisches Element. Sie finden sie auch im cremigen, blassen Gelb eines perfekt gereiften Laibs Parmigiano Reggiano oder im tiefen Gold eines Eigelbs, das für eine seidige Lage frischer Pasta vorgesehen ist. Es strahlt von der fröhlichen Verpackung der Parfums von Acqua di Parma – eine direkte Hommage an seine Heimatstadt. Parma-Gelb ist mehr als nur ein schönes Pigment an einer Mauer. Es ist die Signatur dieser Stadt, ein von der Sonne geküsster Farbton, der das einst königliche und zutiefst einladende Wesen von Parma einfängt.